Archiv für den Monat: Februar 2018

Marcie Rendon: Am Roten Fluss – Interview

Am Roten Fluss ist ein großartiger Kriminalroman mit einer Heldin, die meines Wissens einzigartig in der Kriminalliteratur ist: eine junge indianische Frau. Und die Autorin Marcie Rendon ist eine Native American. Am Roten Fluss ist ihr erster Roman. Heldin ist die 19jährige Cash, der es gelungen ist, mit Hilfe von Sheriff Wheaton ein selbständiges Leben als Landarbeiterin zu führen, nachdem sie von ihrer Mutter getrennt und in die Pflegschaft weißer Farmerfamilien gegeben wurde. Dieses Pflegschaftssystem ist das „wahre Verbrechen“, von dem der Roman handelt, obwohl es auch zwei Morde gibt, zu deren Aufklärung Cashs spezielle Fähigkeiten und local knowledgede gebraucht werden. Das Interview über diese Hintergründe haben wir per Mail geführt.

Dear Marcie,
Am Roten Fluss scheint auf persönlichen und kollektiven Erfahrungen zu beruhen. Wie viel von dem, was die 19-jährige Cash erlebt, ist autobiographisch? Sowohl Cash als auch Sie haben beispielsweise 1971 begonnen, an der Moorhead State University in Minnesota zu studieren.

Am Roten Fluss ist Fiktion, aber wie die meisten anderen Autoren habe ich auf etwas zurückgegriffen, was ich kenne. Die Geschichte einer Jugendlichen, die unter Pflegschaft aufwuchs, ist nur allzu häufig geschehen und bei fast allen ähnlich verlaufen.

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Mike Nicol: Korrupt

Trekkersburg und Jacob Zumas Abgang

In seinem Thriller Korrupt nimmt Mike Nicol das Ende des korrupten ANC-Chefs  und südafrikanischen Präsidenten vorweg

Am 15. Februar war es so weit: Jacob Zuma, einer der korruptesten Politiker Afrikas, musste seinen Abschied nehmen. 13 Stunden soll der letzte Überredungsmarathon gedauert haben, bei dem die  ANC-Führung den Kleptokraten vom Thron des Staatspräsidenten  stieß.
Der südafrikanische Autor Mike Nicol, Gegner der Apartheid und publizistischer Begleiter der Demokratisierung Südafrikas von Beginn an, hat ihm in Korrupt, dem zweiten Band seiner Serie um Vicki Kahn und Fish Pescado ein Schandmal gesetzt. Als Nicol 2012/13 daran schrieb, tobte gerade in der südafrikanischen Presse und Politik die Erregung über den Millionenbetrag, mit dem Zuma seinen Landsitz Nkandla in KwaZulu-Nathal angeblich aus Sicherheitsgründen in ein Luxusresort ausgebaut hatte. Die Verluste, die dem Staat und damit der öffentlichen Wohlfahrt allein aus dieser privaten Bereicherung entstanden, bezifferte eine unabhängige Untersuchungskommission auf 155 Mio. Rand (ca. 10 Mio. €).
Im finalen Showdown des Romans gibt Nicol einen satirisch zugespitzten Einblick in die Welt aus Speichelleckerei, sexueller Misshandlung und kruder Gewalt, die auf dem Landsitz  des

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